Die Iguazú Wasserfälle in Südamerika

Im Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay findet sich eines der größten Naturwunder Südamerikas. Die Iguazú Wasserfälle gehören seit Mitte der 80er Jahren zum UNESCO- Welterbe und bilden den spektakulären Höhepunkt der beiden gleichnamigen Nationalparks die sie von argentinischer und brasilianischer Seite umgeben.

Diese stellen auf der einen Seite einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für beiden Länder dar, auf der anderen Seite tragen sie zum Schutz des Regenwaldes und der dort lebenden Artenvielfalt bei. Dazu zählen unter anderem über 800 verschiedene Arten von Schmetterlingen.

Die Iguazú Wasserfälle erstrecken sich über ein Panorama von knapp 2,7 Kilometer, darum empfiehlt es sich sowohl für den argentinischen, als auch den brasilianischen Nationalpark jeweils einen ganzen Reisetag einzuplanen. Allein die schier unfassbare Größe der Wasserfälle zieht die Menschen dort in ihren Bann. Wer einmal dort war beschreibt Iguazú als einen wahrhaft magischen Ort. Die meisten der insgesamt 275 Iguazú Wasserfälle, werden durch mehrere kleine Inselflächen voneinander getrennt und gehören geographisch gesehen noch zu Argentinien, aus diesem Grund bietet die brasilianische Seite den besten Ausblick auf dieses Naturschauspiel.

Das Highlight der Iguazú Wasserfälle bildet die sogenannte „Schlund des Teufels“, ein 150 Meter breites und 700 Meter hohes Wasserfallsystem das von den Brasilianern Garganta do Diabo genannt wird. Dank der unfassbaren Wassermenge von ca. 1500 bis zu 7000 Kubikmetern die täglich pro Sekunde die Iguazú Wasserfälle hinabstürzen erleben die Besuchern dieses Gebietes ein außergewöhnlich tropisches Klima mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit.

Entdeckt wurden die Iguazú Wasserfälle 1542 vom spanischen Seefahrer und Entdecker Álvar Núñez Cabeza de Vaca. Aus diesem Grund verdankt ihm einer der argentinischen Wasserfälle seinen Namen. Der guaranischen Legende nach entstanden die Wasserfälle durch den Zorn des Schlangengottes M‘Boi. Der Ursprung des Namens Iguazú liegt in der Sprache der Guarani und setzt sich zusammen aus den Wörtern y für Wasser und guasu für groß. Die Guarani sind ein indianisches Volk, die zu den ersten Bewohnern Südamerikas zählten. Doch noch heute begegnen den Besuchern der Iguazú Wasserfälle einzelne Guarani-Familien, deren Kinder selbstgebastelte Souvenirs verkaufen oder Straßenmusik machen. Dieser Volksstamm zählt zu den ärmeren Bevölkerungsteilen Südamerikas, die zur Wilderei neigen und vor dem die Rangers der Nationalparks ihre Tiere beschützen müssen.

Neben der Möglichkeit die Iguazú Wasserfälle mit dem Helikopter zu besichtigen, bieten die Nationalparks auch eine Trekkingtour quer durch den Urwald und eine Wildwasserfahrt direkt durch die Iguazú Wasserfälle an. Wer sich dafür entscheidet, sollte allerdings Kleidung zum Wechseln dabei haben, da die angebotenen Regencaps einen kaum vor der Nässe schützen können und Kleidung in diesem Klima schwer trocknet. Ganz in der Nähe der Iguazú Wasserfälle finden sich für Touristen noch weitere Reisziele.

Neben einer Vielzahl von Naturreservaten, wie dem „Esteros del Ibera“ einem wahren Eldorado für Naturliebhaber, gehören die Jesuitenmissionen des 17. Und 18. Jahrhunderts zu den beliebtesten Ausflügen. Neben dem Ziel der Jesuiten den Indianerstamm der Guarani zu missionieren und in religiöser Hinsicht umzuerziehen, lebten und arbeiteten sie dort Seite an Seite mit den Indianern und boten ihnen Schutz vor brasilianischen Sklavenhändlern.

Von Julia Marlen Lang