Das Biosphärenreservat Río Plátano in Honduras liegt direkt an der karibischen Küste und erstreckt sich über eine enorme Fläche von insgesamt rund 5.000 Quadratkilometern. Die azurblauen Lagunen des Biosphärenreservats Río Plátano waren einst das perfekte Verstreck für gesuchte Piraten aus England. Heute leben hier noch ungefähr 2000 Indianer in strohgedeckten Pfahlbauten entlang der Wasserstraßen durch den Dschungel.
Sie könnten sich ihre traditionelle Lebensweise bewahren und ernähren sich vom Fischfang, der Jagd und dem Anbau von Reis, Bananen und Bohnen. Wie diese Indianer bewegen sich auch Reisende durch das Biosphärenreservat Río Plátano am einfachsten mit Kanus, von den Einheimischen pipantes genannt.
Bei einer solchen Flusstour lässt sich die einzigartige Flora und Fauna von Honduras im Vorbeiziehen wie ein Film wahrnehmen. Ein Film über anmutige Puma, flinke Gürteltiere, in Baumkronen schlafende Faultiere und Krokodile die ins Wasser gleiten. Das Biosphärenreservat Río Plátano zieht Reisende vom ersten Moment an in ihren Bann, aus dem man nur aufschreckt, wenn das Geschrei der Brüllaffen die Wälder erschüttern oder ein großer Schwarm kreischender Papageien über ihre Kopfe hinweg fliegen.
Das Biosphärenreservat Río Plátano wird seit vielen Jahren von der Regierung geschützt, seit dem Jahr 1982 gehört es zusätzlich zum UNESCO Weltkulturerbe und wurde zwischenzeitlich auf die rote Liste von UNESCO gesetzt, aufgrund von zahlreichen Bedrohungen seitens illegaler Abholzungen, der Einführung fremder Tiere und der Planung eines Wasserkraftwerkes.
Seit 2007 scheinen jedoch die umfangreichen Schutzmaßnahmen zu greifen und es wurde erst einmal Entwarnung gegeben. Archäologen haben mittlerweile mehr als 200 Fundstellen der alten Maya Kultur entdeckt. Naturbegeisterte Touristen, die sich für eine Reise in das Biosphärenreservat Río Platane begeistern können, sollten sich vor Reiseantritt auf die exotischen Stechmücken, sintflutartige Regengüsse und ein schwüles Klima vorbereiten.
Die verschlungenen Pfade durch das Biosphärenreservat Río Platane lassen sich am Besten in Begleitung eines Einheimischen Führers bewältigen. Dieser Aufwand lohnt sich jedoch allemal und wird belohnt mit farbenprächtigen Flächen überfüllt mit Orchideen und Ananasgewächse, die eine karibische Welt schmücken, in der sich vermutlich auch Robinson Crusoe sehr wohl gefühlt hätte.
Von Julia Marlen Lang