Reise zu den Khmer-Tempeln in Ostthailand

Der Nordosten Thailands ist unter den Touristen als Reiseziel eher unbekannt, stärker frequentiert ist der Süden und der Norden rund um das Goldene Dreieck. Doch gerade der Osten birgt einige kulturelle Schätze und Naturschönheiten, die eine eigene Reise wert sind.

Etwa 200km nordöstlich von Bangkok entfernt liegt der Khao Yai Nationalpark, der älteste Regenwald Thailands. In fünf verschiedenen Vegetationszonen auf mehreren Höhenlagen leben zahlreiche verschiedene Tierarten: Elefanten, Tiger, Leoparden, Malaienbären, Affen, unzählige Schlangen-und Vogelarten. Durch den atemberaubenden Regenwald führen markierte Wanderwege, um das Areal auf eigene Faust zu erkunden. Man sollte jedoch Vorsicht walten lassen, denn man trifft hier auf unberührte Natur. Es bietet sich deshalb an, sich am Besucherzentrum einen Guide zu organisieren. Neben der spektakulären Flora und Fauna beeindrucken auch die meterhohen gigantischen Wasserfälle, die im gesamten Park verteilt sind.

Weiter im Osten gelangt man nach Khorat, dem Tor zum Isaan, wie der Nordosten unter den Einheimischen bezeichnet wird. Über ein Jahrtausend lang haben sich hier die Kulturen der Thais, Lao und Khmer vermischt, was den Isaan zu einem besonders beeindruckenden Reiseziel macht.
Unbedingt besuchen sollte man die Tempelanlage Prasat Hin Phimai, ein besonders schönes Beispiel der faszinierend düsteren Khmer-Kunst. Die Anlage entstand im 11. Jahrhundert und wurde vermutlich von Buddhisten und Hindus als Heiligtum gebraucht.

Der größte Khmer-Tempel Thailands ist der Prasat Phanom Rung und darf auf keiner Reise in den Nordosten fehlen. Der Komplex ist zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entstanden und fällt in die Angkor-Periode. Auf einem 400m hohen, erloschenen Vulkan gelegen, hat man von der Anlage aus einen traumhaften Blick auf die umliegende Region. Die Anlage ist dem Hindu-Gott Shiva gewidmet und bekannt für ihre sorgfältig gestalteten Steinmetzarbeiten.

Lohnenswert ist auch ein Ausflug zum Prasat Hin Phimai, ebenfalls eine Tempelanlage im Khmer-Stil. Die Anlage ist nach Südosten in Richtung Angkor, der Hauptstadt des Khmer-Reiches nahe der heutigen Stadt Siem Reap in Kambodscha, ausgerichtet. Die Darstellungen auf den äußeren Steinmauern zeigen überwiegend hinduistische Motive, während im Inneren der Buddhismus das zentrale Thema darstellt.

Von Juliane Petrich