Die Ruinen von Hattusa bieten sich als aufregender Tagesausflug für Reisende an, die sich nahe der Stadt Ankara aufhalten. Kaum eine andere Kulturstätte der Welt erzählt die menschliche Besiedlungsgeschichte eindrucksvoller als die Ruinen von Hattusa. Diese befinden sich unmittelbar neben dem Felsheiligtum Yazilikaya, welches durch seine Götterdarstellungen weltberühmt ist.
Beide Heiligtümer wurden im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe und türkischem Nationalpark ernannt. Durch die Jahrzehntelangen Ausgrabungen wurden in den Ruinen von Hattusa bereits zahlreiche Artefakte wie Waffen und Schmuckstücke von unschätzbarem Wert zu Tage gefördert. Darunter der älteste Friedensvertrag der Weltgeschichte, der die berühmte Schlacht bei Kadesch beendete, sowie die beiden Sphinx von Hattusa.
Dabei handelt es sich um zwei Plastiken aus Kalkstein, welche einst das südliche Eingangstor der Stadt schmückten. Dank der aufwendigen Restaurationsarbeiten nach alter Bautechnik durch das Deutsche Archäologische Institut, das sowohl die sechs Kilometer langen Stadtmauern sichtbar machte, als auch die über dreizehn Meter hohen Stadttürme, haben kulturbegeisterte Besucher die Möglichkeit sich in den Ruinen von Hattusa auf eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit zu begeben.
Eine Zeit, 6000 Jahre v. Chr., als das Klima noch weitaus milder war als das heutige und an dieser Stelle noch zahlreiche Pappeln und Ahornbäume die Vegetation bestimmten. Die Hattier, anatolische Ureinwohner, wurden von assyrischen Händlern versorgt und transportierten ihre eigenen Güter aus Viehzucht und Ackerbau noch mit Eselkarawanen bis nach Mesopotamien.
Die Ruinen von Hattusa erzählen den Reisenden die Geschichte von insgesamt 27 Großkönigen die hier beheimatet waren und sich zu diesem Zweck prachtvolle Residenzen und sakrale Tempel bauten und sich ihre Zeit dank großem Wildbestand mit der Jagd auf Rothirsche vertrieben.
Die kostbar verzierten Stadttore waren vermutlich Teil einer religiösen Prozessionstraße, die gesäumt war mit Löwenstatuen und Gottesdarstellungen. Die Ruinen von Hattusa bezeugen die Existenz einer mächtigen Hauptstadt, welche zu ihrer Blütezeit enormen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung von Anatolien und Syrien in der frühen Bronzezeit hatte.
Die Ruinen von Hattusa liegen im anatolischen Hochland und erstrecken sich über die Provinz Çorum. Ganz in der Nähe dieser faszinierenden Ausgrabungsstätte befinden sich zahlreiche Hotels, Cafés und Restaurants, die Reisende nach einem Besuch der Ruinen von Hattusa zu einem landestypischen Imbiss einladen.
Von Julia Marlen Lang