Hinduistische Tempeltour in Singapur

"Many Races, one nation, one Singapore". Dieser Slogan aus dem Jahr 1990 anlässlich des 25. Jahrestags des Stadtstaates verdeutlicht die hier vorzufindende kulturelle Vielfalt. Gruppen unterschiedlichster Weltanschauungen und Normvorstellungen leben auf engstem Raum zusammen und gerade dies macht den besonderen Reiz Singapurs aus.

Bei einer Reise nach Singapur darf auf keinen Fall ein Ausflug nach Chinatown fehlen. Verwinkelte Gassen, Märkte, verschiedene Tempel, appetitliche Restaurants und feine Läden beherbergt dieses Viertel.

Neben verschiedenen typisch chinesischen Tempelanlagen trifft man inmitten von Chinatown auf ein gigantisches Hinduheiligtum, den Sri Mariamman Temple. Er wurde im Jahr 1827 erbaut und von da an kontinuierlich erweitert und ausgeschmückt. Charakteristisch sind die farbenfrohen Götterfiguren. Betreten darf man den Tempel nur barfuß, was die zahlreichen Schuhe am Eingang unmissverständlich zeigen. Wie der Name schon sagt, wurde der Tempel zu Ehren von Mariamman erbaut, die Göttin des Leids und des Regens.

Auf der Suche nach hinduistischen Heiligtümern führt einen die Reise weiter nach Little India, eines der beeindruckendsten Viertel in ganz Singapur. Hier wird man für ein paar Stunden in die exotische Welt Indiens entführt. Allerhand Stände mit Gewürzen, Seidentüchern und Schmuck, Restaurants mit unzähligen Köstlichkeiten sind zahlreich vertreten.

Der hinduistische Tempel Sri Srinivasa Perumal in der Serangoon Road zählt zu den ältesten und bedeutendsten der Stadt und zeigt die verschiedenen Inkarnationen des Gottes Vishnu. Im Tempelinneren wimmelt es von etlichen Darstellungen der komplexen Götterwelt des Hinduismus.

Ein Besuch des Tempels Sri Veeramakaliamman in der Mitte von Little India lohnt sich ebenso. Diese Anlage wurde Kali, Göttin der Zerstörung, des Todes, aber auch der Erneuerung, gewidmet.

Weiter östlich führt einen die Reise zum Sri Manmatha Karuneshvarar Temple zu Ehren Shivas, eine der wichtigsten Figuren in der hinduistischen Götterwelt. Obwohl Shiva Zerstörung repräsentiert, wird er als positive Kraft betrachtet. Auch diese Anlage wurde im typisch indischen Stil erbaut und besticht durch farbenfrohe Statuen und Gemälde.

Vom Schlendern durch die Stadt trifft man immer wieder auf kleinere Tempel und Schreine, die für die unzähligen hinduistischen Götter erbaut wurden und Zufluchtsorte für die Gläubigen darstellen.

Von Juliane Petrich