Der buddhistische Tempel Borobodur

In einem fruchtbaren Tal auf der indonesischen Insel Java, glaubten Entdecker der Neuzeit zunächst einen neuen Berg entdeckt zu haben, bis sich rausstellte, dass unter vulkanischen Asche und wuchernder Vegetation der buddhistische Tempel Borobodur vergraben liegt. Eine der größten buddhistischen Tempelanlagen in ganz Südostasien.

Der buddhistische Tempel Borobodur erscheint Reisenden bereits von weitem als eine kolossale Pyramide die sich im tropischen Dickicht der Insel Java anmutig erhebt. Insgesamt neun quadratische Stockwerke türmen sich aufeinander und verjüngen sich konzentrisch Richtung Himmel. Auf jeder einzelnen Ebene befinden sich rundum zahlreiche Stupafiguren und ein Flachrelief von über fünf Kilometern Länge, welches Reisenden vom Lebensweg und der Schaffensphase Buddhas erzählt.

Der buddhistische Tempel Borobodur liegt rund 40 Kilometer nordwestlich der indonesischen Touristenstadt Yogyakarta und eignet sich hervorragend für einen kurzen Tagesausflug von dort aus, aber auch als optimaler Ausgangspunkt für eine längere Tempeltour quer durch Java. Besonders empfehlenswert ist ein anfänglicher Rundgang um den buddhistischen Tempel Borobodur und einem anschließenden Aufstieg zu den drei himmlischen Rundterrassen an der Spitze des buddhistischen Tempels Borobodur.

Kulturbegeistere Reisende werden auf der obersten Terrasse nicht nur einen atemberaubenden Panoramablick über die tropische Umgebung der Insel entdecken, sondern auch die größte der insgesamt zweiundsiebzig Stupafiguren, die sogenannte Hauptstupa mit einem Durchmesser von rund 11 Metern.

Reisende, die dieses religiöse Bauwerk und vor allem dessen Jahrhunderte alten Inschriften in Ruhe besichtigen möchten, sollten sich dafür auf keinen Fall einen indonesischen Feiertag aussuchen. An diesen besonderen Tagen im Jahr, pilgern hunderte von Einheimischen zum buddhistischen Tempel Borobodur.

Auf Touristen reagieren sie ausgesprochen interessiert und bitten vor allem Europäer gerne darum, sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Der buddhistische Tempel Borobodur entstand zwischen im Jahr 800 während der Sailendra Dynastie. Über einhundert Jahre lang war dieser imposante Tempelkomplex ein bedeutendes, geistiges Zentrum für die Anhänger des Buddhismus.

Experten vermuten desweiteren die Nutzung des Tempels als Mönchskloster. Politische und kulturelle Umbrüche auf Java hatten im 10. Jahrhundert schließlich zur Folge, dass der buddhistische Tempel Borobodur für fast 1000 Jahre in Vergessenheit geriet. Dank der Wiederentdeckung durch den Engländer Thomas Stamford Raffles und einer aufwendigen Restauration, die im Jahr 1984 abgeschlossen wurde, ist der buddhistische Tempel Borobodur heute ein beliebtes Reiseziel in Indonesien und Teil des Weltkulturerbes.

Von Julia Marlen Lang