Urenkel der Inkas
Wie Amantani ist auch Taquille seit Jahrhunderten bewohnt, heute leben dort die „Urenkel der Inkas“. Die Inselbewohner versorgen sich durch Fischerei und Terrassenfeldbau, welcher von ihren Vorfahren, den Inkas, ins Leben gerufen worden ist. Die wichtigste Einnahmequelle jedoch ist, wie auf den meisten Inseln des Titicacasees, der Tourismus. Trotz des alljährlichen Ansturms von etwa 40.000 Touristen konnte bis zum heutigen Datum jeder Versuch, ein Hotel zu errichten, verhindert werden. Wenn sie sich nichts desto trotz für eine Übernächtigung auf der Insel Taquille interessieren, so stehen zahlreiche Privatquartiere der gastfreundlichen Inselbewohner zur Verfügung. Dieser Umgang mit dem Tourismus ermöglicht den Inka Nachfahren auf Taquille auch heute noch eine relativ wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Insel der strickenden Männer
Die Insel Taquille ist berühmt für seine Weberei und Strickerei, da die Textilprodukte der Inselbewohner zu den hochwertigsten in Peru gehören sollen. Das Besondere an dem langen Brauchtum des Spinnens, Webens und Strickens ist, dass dieses vor allem von Männern durchgeführt wird. Aus diesem Grunde wird Taquille auch die „Insel der strickenden Männer genannt“. Die männlichen Inka Nachfahren treffen sich täglich und stricken zusammen Kleider für ihre Familien. Anders als auf Amantani geben hier die Männer mit ihrem Kleidungsstil ihren Familienstatus bekannt. Anhand ihrer unterschiedlichen Kopfbedeckungen teilen die männlichen Inselbewohner mit, ob sie verheiratet sind oder eben nicht. Die Textilkunst von Taquille wurde sogar im Jahr 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.