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Die Inkas besaßen keine Schrift und auch die Quipus, die
Knotenschnüre, berichteten nicht über die Geschichte des
Inka-Volkes. Jedoch wurden über viele Generationen hinweg die
Mythen über die Entstehung der gottesgleichen Inkaherrscher
weitergereicht.
Der Sonnengott sah mit an wie die Menschen
auf der Erde lebten, in Umständen, die denen der Tiere glichen.
Die Verehrungszeremonien und Riten, die der Sonne galten, waren
eingestellt worden und somit erbarmte sie sich der Menschen und
sandte ihre Kinder hinab auf die Erde.
Der Sonnensohn Manco
Capac und die Tochter der Sonne Mama Ocllo wussten nicht wohin und zu
wem sie gehen sollten. Die Sonne gab ihnen jedoch einen Stab aus
purem Gold und befahl ihnen, sich dorthin zu wenden, wohin der
Goldene Stab sie führen werde und wo sie diesen mühelos in
die Erde stoßen könnten, dort sollten sie sich
niederlassen.
Die ersten Inka Manco Capac und Mama Ocllo
brachen vom Titicaca See in Richtung Norden auf. Sie versuchten den
Goldenen Stab auf ihrem Weg mehrmals in den Boden zu stoßen,
aber die Erde nahm ihn nicht auf. In einem Tal angekommen, dass den
Namen Cuzco trug (was Nabel bedeutet) stießen sie den Stab in
den Boden und - siehe da - er fuhr leicht und tief in die Erde.
Der
Inka Manco Capac sprach zu Mama Occlo, »Sieh, unser Vater, der
Sonnengott, wünscht, dass wir in diesem Tal bleiben und uns hier
niederlassen.« Und so gründeten sie eine Stadt, die bis
heute noch ebenso wie das Tal den Namen Cuzco trägt. Sie gaben
den Menschen, die hier lebten eine Religion, Gesetze und eine
Ordnung. Der Inka Manco Capac lehrte die Männer, wie das Land zu
bestellen ist und wie man Erze aus dem Boden zu Tage fördert.
Mama Ocllo brachte den Frauen bei, wie man Stoffe webt und
Haushalte führt. Und sie selbst stellten sich als Inka an die
Spitze des Staates, den sie geschaffen hatten.
Obwohl es
viele Legenden gibt, die sich ein wenig unterscheiden, stimmen doch
alle damit überein, dass Manco Capac der Gründer des
Inkareiches war.
Inka bedeutet »Herr« und Mama
Ocllo wurde wie auch alle ihre Nachfoglerinnen als »Coya«
bezeichnet, was Quechua ist und »Königin« bedeutet.
Laut der Legende leitet sich die Dynastie der Inka also direkt von
der Dynastie des Sonnengottes ab.
Durch das strenge Verbot
einen Partner zu heiraten, der nicht aus der selben Kaste stammt,
wuchs die Zahl der Mitglieder der königlichen Inka-Ayllú
nicht sehr an. Zur Zeit der spanischen Invasion zählte die Ayllú
der Inka nicht mehr als 518 Mitglieder.
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